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Mondkragen für Hunde und Katzen

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Als ich erstmals vom sog. Mondkragen (Mooncollar) zum Schutze von OP-Wunden las, war ich natürlich neugierig. Denn wie viele andere Tierhalter ebenfalls, verbinde auch ich mit der Anwendung des herkömmlichen Plastiktrichters sehr unangenehme Erinnerungen. Ich habe mir oft gewünscht, daß es einen Kragen geben müßte, der die Tiere emotional und körperlich nicht so sehr belastet.

Ich habe mir diese vielversprechende Erfindung eines französischen Tierarztes zuschicken lassen und möchte am Bespiel meiner eigenen Katze den richtigen Umgang mit einem Halskragen aus Sicht der Tierpsychologie erläutern.

 Bezugsquelle: www.mondkragen.de

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 Gleich nach Erhalt habe ich meine Katze mit dem unaufgeblasenen Mondkragen bekanntgemacht, indem ich ihn so ganz nebenbei auf den Fußboden legte. So konnte sie in aller Ruhe dieses seltsame Ding abschnuppern.

Der leicht gummi- bzw. neylonartige Geruch (hält sich aber in Grenzen) ist für die sensiblen Katzennasen zwar nicht so ideal, aber ein anderes Material kann man wohl nicht verwenden. Denn der Kragen soll ja relativ reißfest und abwischbar sein. Die gesamte Verarbeitung ist sehr gut. 

Wer näherisch geschickt ist, könnte sich aber bei Bedarf einen Überzug aus einem weichen, ungefärbten Naturstoff anfertigen.

Dann habe ich einige Leckerchen auf den am Boden liegenden Kragen verteilt, die sich meine Katze auch nahm - während sie das Ding immer wieder ganz vorsichtig beschnupperte und mißtrauisch beäugte. Das ist völlig normal bei Katzen.

Fürs erste war das genug. Einige Stunden später wiederholte ich diesen Ablauf. Ein neuer Reiz darf das Tier, insbes. eine Katze niemals überfordern, sonst riskiert man ein Abwehrverhalten bzw. eine negative Assoziation. Dann stünden die Chancen auf eine positive Gewöhnung gleich bei null.

Der Kragen blieb die nächsten 2 Tage immer auf der Couch liegen oder auch mal woanders, so daß die Katze sich an den Anblick gewöhnen konnte und diesen Gegenstand dann zu ihrem Revier zugehörend akzeptierte.

Außerdem öffnete und schloß ich immer wieder mal den Klettverschluß des Kragens, so daß auch dieses laute Geräusch nicht mehr so ganz fremd war.

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In den folgenden 5 Tagen habe ich den unaufgeblasenen Kragen immer wieder in die Nähe meiner Katze gelegt, wenn sie gerade entspannt ruhte. So konnte sie sich an den Geruch und danach auch an erste leichte Berührungen an ihrem Körper gewöhnen und die Erfahrung machen, daß dieses komische Ding ihr nichts Böses tut.  

Jeder Kontakt geschieht natürlich mit entspannter, freudiger, lockerer Stimmung des Halters. Bitte niemals eine ernste, angespannte oder dramatische Sache daraus machen! Denn solch eine negative Stimmung würde sich sofort auf das Tier übertragen und es mißtrauisch machen.

Während des Kontakts mit dem Kragen (nicht davor oder danach!) bekommt das Tier immer Leckerchen und wird gestreichelt. Eine liebevolle, freudige Stimme unterstreicht das ganze, so daß die entscheidende positive Verknüpfung mit dem Fühlen/Tragen des Kragens entsteht und er nicht als Bedrohung empfunden wird.

Von einer Animierung zum ausgelassenen Spiel oder sonstigen Aktivitäten würde ich abraten, weil das Tier ja in Verbindung mit dem Tragen des Kragens lernen soll, sich relativ ruhig zu verhalten. Denn genau dieses Verhalten wird vom Tier auch im Anschluß an eine Operation gewünscht, um den Heilungsverlauf nicht zu gefährden.

Man könnte das Tragen auch mit sanfter Musik kombinieren, sich zu seinem Tier legen, mit ihm kuscheln, eine Hand sanft auf den Bauch legen, ggfs. Reiki geben, sich gemeinsam entspannen und die gegenseitige Nähe bewußt genießen.. oder bei Interesse ruhige Leckerchen-Suchspiele veranstalten.. eben einfach die Dinge, die man als Halter tun würde, wenn das Tier nach einem Eingriff Schmerzen hat bzw. sich eine Zeitlang schonen muß und nicht herumtoben darf.

Auch das übliche Fressen und Trinken aus dem Napf sollte mit Kragen spielerisch geübt werden, damit es im Ernstfall nicht völlig fremd ist und möglicherweise die Nahrungsaufnahme verweigert wird. Bei Hunden probt man hin und wieder auch ein ruhiges Gehen an der Leine.

Welche Verhaltensweisen und Situationen man mit Kragen außerdem noch üben sollte, hängt natürlich von den bisherigen Gewohnheiten und der Lebensweise des jeweiligen Tieres ab - so daß jeder Halter hier versuchen sollte, möglichst vorausschauend zu denken.

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Je nach dem wie das Tier reagiert und die Annäherung mit dem Kragen toleriert, stimmt man die nächsten kleinen Einzelschritte einer ganz allmählichen Steigerung des Körperkontakts individuell ab - bis irgendwann der voll aufgeblasene Kragen umgehängt werden kann. Erst sekundenweise, später minutenweise - jeweils mit viel Liebe, Lob und Leckerchen!

Wichtig: Abgenommen wird der Kragen immer nur in einem Augenblick, wo das Tier gelassen und entspannt ist bzw. zumindest keinerlei Angst- oder Abwehrverhalten zeigt. Jede Übungseinheit muß also stets positiv beendet werden! Andernfalls würde ein negatives Gefühl beim Tier in Erinnerung bleiben und weitere Gewöhnungsversuche deutlich erschweren.

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Hundehalter ohne Katzenerfahrung werden sich vermutlich wundern über diese zeitaufwändige und vorsichtige Vorgehensweise.

Dazu muß man wissen, daß Katzen bei allen Manipulationen am Körper grundsätzlich wesentlich sensibler reagieren als Hunde.

Bei der Gewöhnung an den Maulkorb (im Idealfall schon im Welpenalter) sollte man allerdings auch bei Hunden behutsam vorgehen und dieses Training in ganz allmählicher Steigerung aufbauen.  (Info-Maulkorbtraining lesen...)  Bezugsquelle siehe "Hilfreiche Adressen"

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Bei Katzen muß man i.d.R. noch viel behutsamer vorgehen. Sie tolerieren von Natur aus nichts an ihrem Körper. Katzen haben eine andere Verhaltensbiologie, andere Bedürfnisse und erfordern einen anderen Umgang als Hunde.

Halsband mit diversen klirrenden Plaketten, Brustgeschirr, Tragetaschen oder ggfs. wärmende Kleidung im Winter - all diese für Hunde üblichen Gegenstände am Körper sind Katzen meist völlig fremd, da keine Notwendigkeit dafür besteht. 

Auch jeder Hauch von Fremdgeruch wird von Katzen sofort reflexartig weggeleckt, um ihren vertrauten Eigengeruch wiederherzustellen. Hunde dagegen wälzen sich gerne mal im Dreck.

Bei dem Tragen eines so voluminösen Halskragens handelt es sich aus Sicht der Katze immerhin um eine massive, bedrohliche Attacke, die sehr viel Toleranz und Vertrauen vom Tier verlangt.

Für eine Katze ist das Teil außerdem relativ schwer und groß im Verhältnis zu ihrem Körper von durchschnittlich 4 kg.

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Bei der Gewöhnung an den Kragen sollte man sich also lieber mehr Zeit lassen und dann später ein relativ gutes Ergebnis erzielen als zu ungeduldig sein und das Tier völlig zu überrumpeln und zu überfordern. Vorsorge ist bekanntlich immer einfacher als Heilen!

Katzen benötigen für alles Neue bzw. jede Veränderung immer ausreichend Zeit und Gelegenheit, um die Dinge zu genau zu prüfen, auf Bedrohlichkeit und Gefahr zu untersuchen, das nötige Vertrauen aufzubauen und sich daran zu gewöhnen.

Wenn ein Tier versucht, den Kragen abzuschütteln oder gar verstört, aggressiv oder panisch reagiert (z.B. stark angelegte Ohren, panischer Blick, verzweifeltes Miauen, Schreien, Hecheln, Sabbern, totale körperliche Erstarrung oder Flucht), dann ist man zu schnell vorgegangen und muß den Versuch sofort abbrechen! 

Denn bei solchen Symptomen handelt es sich um massive Streßsignale, denen man ein Tier nicht aussetzen darf. Außerdem wäre es in diesem Zustand sowieso nicht lernfähig. Da in solch einem Fall bereits ein sehr unangenehmes Gefühl mit dem Kragen verknüpft ist, ist die Chance auf Akzeptanz durch weitere, behutsamere Versuche allerdings relativ gering. 

Man sollte immer versuchen, sich einfühlsam in die Situation der Tieres hineinzuversetzen und die Welt mit seinen Augen zu betrachten. Die Mühe lohnt sich!

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Trotz liebevoller Gewöhnung bedeutet das Tragen des Mondkragens natürlich eine Manipulation und Bewegungseinschränkung für das Tier - zumindest für Katzen und kleine Hunde, aber auch für große Hunde, die ein sehr sensibles Wesen haben oder schlimme Erfahrungen mit körperlichen Kontakten machen mußten. 

Man denke z.B. an die vielen mißhandelten, angsterfüllten Hunde im Tierschutz, bei denen man die Individualdistanz des Tieres einhalten muß. Der Vertrauensaufbau kann hier viele Monate dauern.

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Auch paßt eine Katze mit voll aufgeblasenem Kragen keinesfalls durch die Öffnung einer handelsüblichen Katzenklappe von knapp 16 cm Breite. Der Gesamtdurchmesser des Mondkragens Größe 2 beträgt 23 cm. Um problemlos durch die Klappe gehen zu können, müßten noch 2 cm dazugerechnet werden. Das entspräche eher den Maßen einer mittelgroßen Hundeklappe. Alle Zimmertüren müßten dann also immer einen Spalt geöffnet bleiben.

Und bei den Eingangslöchern zur Kuschelhöhle oder zur Transportbox wird es auch problematisch - sofern die Öffnungen nicht übernormal groß sind.

Das bedeutet eine weitere psychische Belastung für das Tier, da es seine gemütlichen Versteckhöhlen eine Zeitlang nicht aufsuchen kann, zumal sich manche Katzen besonders nach einer OP bzw. bei Unwohlsein gerne zurückziehen.

Hier sollten die Halter über andere Rückzugsmöglichkeiten nachdenken und für den Ernstfall rechtzeitig vorsorgen (d.h. mindestens 4 Wochen vorher). Es würde sich z.B. ein kleiner Tisch mit herunterhängender Decke, ein umfunktionierter Schrank eignen oder einfach ein gemütlicher Karton eignen.

Auch an solche Veränderungen im Revier muß sich eine Katze aber erst gewöhnen. Daher darf die Neuanschaffung einer größeren Höhle oder das Umrücken eines Möbelstücks auf keinen Fall erst einen Tag vor der OP oder während der Heilungsphase geschehen!  Denn durch diese zusätzliche Unruhe und Belastung kann es weitere Probleme geben, z.B. Urinieren in die Wohnung.

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Eine wirklich optimale, tiergerechte Lösung zum Schutze von OP-Wunden wird es wohl nie geben. Aber die bessere Alternative zum bisher üblichen Plastiktrichter ist der Mondkragen meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Insofern lautet mein Urteil: Empfehlenswert  

..sofern das Tier richtig daran gewöhnt wurde - was im Idealfall bereits im Welpenalter geschieht.

Außerdem rate ich bei Katzen unbedingt dazu, den Kragen im Ernstfall so oft wie möglich für 1-2 Stunden abzunehmen (mindestens 2 x täglich), um ihnen unter Beaufsichtigung die wichtige Fellpflege zu ermöglichen. Dieses Grundbedürfnis (insbes. nach Mahlzeit und Toilettengang) darf man einer Katze nicht verwehren, weil sonst der Leidensdruck noch viel größer wäre. Außerdem soll das Tier ja keinen steifen Nacken bekommen..

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Im Einzelfall kann bei Heilungsprozessen auch das Anziehen eines schützenden T-Shirts aus der Babybekleidung sinnvoll sein (auch das bitte frühzeitig üben, wenn das Tier noch fit ist!), das man sich selbst passend zurechtschneidet und ggfs. mit Bändern am Körper befestigt. Einen elastischen "Dog + Cat Body" und einen speziellen "Bauchverband" gibt es auch zu kaufen im:  www.tiershop.de 

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Auch wenn keine OP geplant ist, empfehle ich, daß der Kragen nach der Gewöhnung (genauso wie ein Maulkorb) immer mal wieder eine Weile getragen wird (z.B. 10 Minuten pro Monat), um die positive Konditionierung aufrecht zu erhalten - auch wenn dies aus lernpsychologischer Sicht nicht unbedingt nötig wäre.

Obwohl man natürlich immer hofft, daß das geliebte Haustier gesund bleibt und niemals einen Kragen brauchen wird, lohnt sich diese einmalige Investition auf jeden Fall - zum Wohle Ihres Tieres!

Aber auch, um sich als verantwortungsbewußter, fürsorglicher Halter ein kleines Stückchen sicherer zu fühlen.

Denn leider kann niemand in die Zukunft schauen und wissen, ob/wann doch mal ein Ernstfall eintreten wird. Und bei einem plötzlichen Notfall bliebe keine Zeit mehr für ein entspanntes Gewöhnungstraining.

Alles Liebe und Gute für Ihr Tier!

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Über möglichst viele Erfahrungsberichte mit dem Mondkragen würde ich mich sehr freuen!

Egal ob positiv oder negativ, bitte teilen Sie mir unbedingt Ihre Erfahrungen per Email mit. Jede Information könnte wichtig sein, damit ich diesen Aufklärungstext bei Bedarf ergänzen kann - vielen Dank! 

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(COPYRIGHT by Ramona Meißner - Der obige Text "Mondkragen" ist urheberrechtlich geschützt. Verwendung und Nachdruck, auch teilweise, ist ohne schriftliche Genehmigung der Autorin nicht gestattet! - Wenn Tierärzte, THP oder Kollegen diesen Infotext gern Ihren Klienten anbieten möchten, kann gerne ein Link zu dieser Seite gesetzt werden.)

 

 

 
 

 

"Tiere lieben, respektieren und verstehen!"
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